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Kosten-Nutzen

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Studie zu Kosten-Nutzen von Remote Scanning

Während technische Geräteausfälle gut dokumentiert und plan- sowie kalkulierbar sind, bleibt der Einfluss personeller Engpässe oft diffus. Dr. Johannes Schmidt-Tophoff, Andrea Salwat und Martin Methlow beschäftigen sich daher in einer Studie mit den Kosten und Nutzen, um den betroffenen Radiolog:innen Beratungshilfe zu geben.

Hier einige Zwischenergebnisse als Input für den best practice-Austausch unter Anwendern und Einsteigern in die Thematik:
 
Zunächst ein paar Fakten aus der eigenen Analyse von 37 von der Curagita-Tochter RADiness mit ihrer Remote Scanning Dienstleistung und den daran angeschlossenen MRT-Systemen aus dem Jahr 2025:
  • Durchschnittlicher Geräteausfall in  Höhe von 113 Stunden pro Jahr aufgrund personeller Engpässe. Dies bestätigen weitere internationale Studien.
  • Die kompensierten 113 Ausfallstunden sind faktisch als Untergrenze zu verstehen, da vor Nutzung der Dienstleistung bereits praxisindividuelle Ausfallkonzepte wirksam werden.
  • Fixkosten (Personal, Geräte, Raum) während des Stillstands: ca. 29.000 €
  • Potenzieller Umsatzverlust durch entgangene Untersuchungen: ca. 58.700 €
  • Potenzieller Gesamtschaden durch personalbedingten Stillstand pro
    MRT/Jahr: rund 87.700 €

Die Kalkulation basiert auf konservativen Annahmen (u. a. drei Patienten pro Stunde, 15 % PKV-Anteil). Unklar bleibt aber noch, ob und in welcher Höhe der potenzielle Schaden sich für die Radiolog:in auswirkt. Denn, fällt ein Gerät aus, gibt es die bekannten Maßnahmen zur Gegensteuerung und Verlustvermeidung:

  • Aktivierung von praxisinternen oder -externen MTRA- bzw. Personalreserven
  • Unmittelbare Umbuchung von Privatpatient:innen an ein anderes Gerät in der Praxis, sofern vorhanden
  • Abbestellung oder Umterminierung von GKV-Patienten ohne Umsatzverlust, da außerhalb des (Quartals-)Budgets oder honorartechnisch abgestaffelt
  • Kostengünstige Einführung von  Überstunden bzw. Anpassung der
    Öffnungs- und Bereitschaftszeiten zur Abarbeitung von Wartezeiten unter Ausnutzung von Personalreserven

Selbst wenn ein Teil der Patient:innen durch diese praxisindividuellen Ausfallkonzepte kompensiert werden kann, könnte ein signifikanter wirtschaftlicher Verlust bestehen bleiben, was wir durch Austausch mit und Befragung von Anwendern und Interessierten erheben wollen. Nicht jeder Ausfall ist gleich kritisch. Entscheidend ist die Differenzierung:

Kurzfristige Ausfälle

  • Ursache: Krankheit, kurzfristige Engpässe
  • Reaktion: Überstunden, interne Umverteilung
  • Problem: begrenzte Skalierbarkeit, hohe Belastung des Teams

Langfristige Ausfälle

  • Ursache: struktureller Personalmangel, unbesetzte Stellen
  • Reaktion: Leih-MTR, Reservepersonal
  • Problem: Verfügbarkeit, Einarbeitungsaufwand, Kosten

Gerade kurzfristige Ausfälle sind operativ besonders kritisch – und genau hier stoßen praxisindividuelle Lösungen an ihre Grenzen. Dazu kommt, dass die langfristigen Ausfälle aufgrund der absehbaren Personalverknappung in den nächsten Jahren zu lösen sein müssen. Unsere Studie will hier Evidenz erheben und wir bitten Sie um Mithilfe.

Remote Scanning: Kostenfalle oder strategisches Instrument?

Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt ist, inwieweit Remote Scanning hier kostengünstig helfen kann. Remote Scanning wird häufig als teuer wahrgenommen. Eine differenzierte Kostenanalyse relativiert dieses Bild jedoch. Für die genannten 113 Ausfallstunden ergeben sich beispielsweise folgende Kosten:

  • Eigenes Personal (inkl. Kosten der Überkapazität wegen Reservevorhaltung): ca. 11.000 €, was allerdings in Höhe der Normalkapazität auch bei und zusätzlich zu der Leih- und der Remote-MTRA anfällt
  • Leih-MTR: ca. 11.300 €
  • Remote MTR (mit Pay-per-Use-Anschluss): ca. 13.200 €
Der nominelle Unterschied ist vorhanden, aber überschaubar. Entscheidend ist jedoch die Struktur der Kosten für das Remote Scanning:
  • Keine Vorhaltekosten, da Anschlusskosten der Geräte gering (Amortisierung bereits nach 23 Einsatzstunden, danach Pay-per-Use)
  • Abrechnung ausschließlich bei Nutzung
  • Keine Anfahrtzeiten
  • Sofortige Verfügbarkeit

Damit verschiebt sich die Perspektive: Zusätzlich zur Kostenfrage ist der Nutzen zu betrachten und den Kosten quantitativ gegenüberzustellen. Denn Remote Scanning ist jenseits der Kosten eine Frage der operativen Resilienz.

In der Praxis zeigt sich, dass Remote Scanning über die reine Ausfallkompensation hinausgeht:

  1. Stabilität im umkämpften Zuweisermarkt
    Keine Terminabsagen, keine Verzögerungen – ein klarer Wettbewerbsvorteil, gerade bei Privatpatient:innen, Selbstzahlern oder bei imagebildenden Spezialuntersuchungen.
  2. Höhere Zufriedenheit bei Patient:innen mit immer höheren Erwartungen 
    Kontinuität in der Terminvergabe reduziert Frustration, ermöglicht Mund-zu-Mund-Propaganda und stärkt die Bindung.
  3. Entlastung des immer knapperen und anspruchsvolleren Personals
    Überstunden und Belastungsspitzen werden abgefedert.
  4. Flexiblere Arbeitsmodelle (New Work)
    Remote-Arbeit eröffnet neue Optionen für bestehendes Personal – ein nicht zu unterschätzender Faktor im Wettbewerb um bestehende und neue Fachkräfte.
  5. Effizientere Einarbeitung, Qualifizierung mittels Remote Scanning
    Neue Mitarbeiter:innen können strukturiert und begleitet in komplexe Untersuchungen eingeführt und fortgebildet werden.
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Andrea Salwat, Geschäftsführerin RADiness
 
Implementierung
 
Trotz der Vorteile ist Remote Scanning kein Plug-and-Play-Modell. Erfolgreiche Integration erfordert:
  • Standardisierte Workflows
  • Geschultes Vor-Ort-Personal
  • Klare Kommunikationsstrukturen
  • Technische Anbindung und Testszenarien

Kurz: Remote Scanning muss Teil der Praxisstrategie sein – nicht nur eine Notfalllösung in der Schublade. Und dazu wollen wir Kosten und Nutzen im Vergleich der Optionen aufzeigen, damit Sie sich besser, nämlich evidenzbasiert entscheiden können.

Fazit: Ein hoher Nutzen liegt in der Verfügbarkeit

Der wirtschaftliche Schaden durch MRT-Stillstand ist real, messbar und höher als vielfach angenommen. Gleichzeitig zeigt sich, dass klassische Kompensationsstrategien zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Wir bitten Sie daher um Mithilfe und Rückmeldung an uns, um die Kosten- und Nutzen-Fakten zu sichern und Ihnen eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage zum Management des MRT-Ausfalls zu liefern.

Remote Scanning bietet keine Wunderlösung – ist aber ein wirkungsvolles Instrument, um:

  • Ausfallzeiten und -kosten zu reduzieren 
  • Umsätze zu stabilisieren
  • Personal zu entlasten und die eigene Praxis resilienter im Zuge sich weiter verknappenden Personals aufzustellen. In der Zukunft werden Personalausfälle nicht weniger, sondern mehr. Deshalb stellt sich nicht die Frage, ob Remote Scanning sich etabliert, sondern eher wer in der Zukunft schon das Tool von heute Kosten-Nutzen-optimiert etabliert hat und beherrscht.

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